18.06.2019 / Uncategorized / /

Babette Sigg und die drei Hürden des Wahlkampfes

Mit folgender Begrüssungsrede hiess Babette Sigg, Präsidentin der CVP-Frauen, alle Anwesenden zur Veranstaltung vom Vortag des Frauenstreiks im Bundeshaus, herzlich willkommen.

40 Prozent. Quarante pourcents. Soviel beträgt der Anteil – Stand heute, 13. Juni 2019 –  der Frauen auf CVP-Nationalratslisten. Ist das viel? Ist das wenig? Es ist beachtlich. Denn Frauen haben bei Wahlen immer noch drei Hürden zu meistern.

Die erste Hürde: das ist die bange Frage: kann ich das? Bin ich fähig für ein politisches Mandat? Wir alle wissen, dass Frauen schon längst bestens qualifiziert wären, nein, bestens qualifiziert  sind, sich aber doch immer wieder hinterfragen. Lernen wir von den Männern! Trauen wir uns etwas zu, und gleich noch eines obendrauf. Wenn ich in diese Runde schaue, dann weiss ich aber: erste Hürde gemeistert – Sie trauen es sich zu. Bravo.

Die zweite Hürde: es auf eine Liste schaffen. Und zwar auf einen aussichtsreichen Platz, nicht als Listenfüllerin. Ein Wahlkampf ist stets auch ein wunderbares Mittel, sich zu profilieren – kein Wunder, dass sich bisweilen Ambitionierte, von denen man bis anhin nichts hörte oder sah, mit allen Mitteln auf die besten Plätze der Wahllisten drängen. Potentielle Kandidatinnen sind gefordert. Sie müssen sich Gehör und Platz verschaffen. Nicht immer einfach. Wenn ich in die Runde schaue, dann weiss ich aber: zweite Hürde gemeistert – Sie kandidieren, sind auf einer Wahl-Liste. Bravo.

Die dritte Hürde: gewählt werden. Und diese Hürde ist nicht zu unterschätzen. Denn leider ist es heute noch so, dass Frauen lieber einem Mann den Vorzug geben. Sie denken bei gleicher Qualifikation, der Mann könne es sicher besser. Das ist verheerend und dient der Sache nicht. Diese Hürde ist noch zu nehmen, und da braucht es den vollen Einsatz.

Denn wir brauchen Frauen in der Politik, wir brauchen Sie. Frauen, die Einfluss nehmen können. Frauen, die dafür sorgen, dass die Gesetzgebung korrekt umgesetzt wird. Zum Beispiel Lohngleichheit. Dafür gehen morgen Tausende Frauen auf die Strasse und streiken medienwirksam, und sie haben recht, dies zu tun. Denn viele Frauen sind mittlerweile desillusioniert und denken, dass sie sich nur durch lautes Aufmerksam-Machen Gehör verschaffen können.

Wir, die CVP-Frauen, haben keine Streik- und Demokultur. Nichts desto trotz unterstützen wir die Kernanliegen dieser Frauen vehement, denn sie gehen alle Frauen an. Aber wie? Wir investieren in unsere Netzwerke, setzen auf unsere Politikerinnen, fördern den Austausch, bringen unsere Anliegen direkt ein. Und sind überzeugt: Streiken wird irgendwann nicht mehr nötig sein.

In diesem Sinne:

Geschätzte Frau Bundesrätin, liebe Viola

Geschätzte Frau alt-Bundesrätin, liebe Doris

Geschätzter Herr Parteipräsident, lieber Geri

Liebe Kandidatinnen

Liebe CVP-Frauen

Mes très chères Femmes PDC:

Ich begrüsse Sie im Namen der CVP-Frauen Schweiz herzlich zu diesem verheissung- und wundervollen Vor-Streik-Tag im Bundeshaus – und ich wünsche uns allen einen aufregenden Wahlkampf mit einem fulminanten Wahlergebnis! Danke!