01.02.2017 / Uncategorized / /

Welche Familie hat Zukunft ?

CVP-Frauen Schweiz
Herbsttagung 2016

Resolution von Lutry
Reflexionen der CVP-Frauen Schweiz
über das Familienrecht

Die CVP-Frauen haben anlässlich ihrer Herbsttagung ein Stimmungsbild bezüglich der Familie der Zukunft und dem Begriff «Ehe» aufgenommen. Die Diskussionen unter den CVP-Frauen zeigen, dass in Zukunft gleiche Rechte für alle gelten sollen.

Die gesellschaftlichen Veränderungen der Zivilbevölkerung in diesem Bereich sind allerdings zahlreich, und das Schweizer Recht musste bereits angepasst werden, um mit dieser Ent-wicklung Schritt halten zu können. Die CVP-Frauen wollen die Rechte und den Schutz der Kinder ins Zentrum stellen, denn das Kindswohl steht im Vordergrund. Dem Kindeswohl, sei es von verheirateten oder unverheirateten Eltern, musste Rechnung getragen werden. Heute gilt die gemeinsame elterliche Sorge; eine flexible Einteilung der Obhut ist keine Ausnahme mehr.

Überlegungen zu einer künftigen „zivilen Lebensgemeinschaft“

Nach konstruktiven und bereichernden Diskussionen ergab sich bei den CVP-Frauen folgendes Stimmungsbild.
• Die christlichen Werte der CVP sind für die CVP-Frauen grundlegend und wichtig. Toleranz, die wir allen gegenüber fordern, schliesst jede Diskriminierung aus. Tradition und gegenseitige Wertschätzung gilt es zu erhalten und zu fördern.
• Die CVP-Frauen stehen zur Ehe und bekräftigen die Bedeutung dieser Verbindung als traditionelle Gemeinschaft zwischen einer Frau und einem Mann. Diese soll in Zukunft einen religiösen und kulturellen Wert darstellen und als Institution erhalten bleiben.
• Die zivile Lebensgemeinschaft wird zwischen zwei erwachsenen Menschen abgeschlossen, und jedes Paar entscheidet seine Lebensform für sich allein.
• Die CVP-Frauen wünschen grossmehrheitlich die gleichen Rechte und Pflichten für alle Paare, sei es für Homo- oder Heterosexuelle.
• Die CVP-Frauen schlagen eine «zivile Lebensgemeinschaft» zu zweien vor, die für alle möglich ist. Dies bedeutet die gleichen Rechte in Bezug auf soziale Versicherungen, BVG, Erbschaft, usw.
• Bei der Einführung der «zivilen Lebensgemeinschaft» für alle Paare sind der in Frankreich populäre PACS (Pacte civil de solidarité) und die parlamentarische Initiative der GLP «Ehe für alle» hinfällig.
• Die CVP-Frauen sind der Meinung, dass das Konkubinat eine private Angelegenheit ist und nach wie vor nicht gesetzlich geregelt sein soll.
Bei den Fragen Fortpflanzungsmedizin, künstliche Befruchtung für homosexuelle Paare oder beim Adoptionsrecht, das hetero- und homosexuellen Paaren gleichermassen offensteht, ist es schwierig, eine Einigung innerhalb der CVP-Frauen zu erzielen. Auch hier sind die Reflexionen nicht abgeschlossen.

Die CVP-Frauen sind einhellig dafür, dass es keine steuerliche Bestrafung mehr von Ehepaaren geben darf, vor allem gegenüber Konkubinatspaaren. Es muss endlich eine gerechte Besteuerung eingeführt werden, ohne Bestrafung von Paaren, die eine traditionelle Familiengründung planen.
Diese Überlegungen wurden an der Herbsttagung 2016 begonnen, sind aber noch nicht beendet. Die CVP-Frauen Schweiz wünschen sich, dass diese Reflexionen in allen Gruppierungen der Partei diskutiert werden.

November 2016, vom Vorstand verabschiedet am 17. Januar 2017