23.01.2017 / Communiqués / /

Fortschrittliche Reflexionen der CVP-Frauen Schweiz über das Familienrecht

Bern, Januar 2017 – Die CVP Frauen Schweiz haben in ihrer Vorstandsitzung vom 17. Januar 2017 einen Beschluss genehmigt, welche während der Herbsttagung in Lutry erarbeitet wurde. Die Herbsttagung war der Zukunft der Familien in unserer Gesellschaft und unseren gesetzgebenden Massnahmen gewidmet. Nationalrätin Barbara Schmid-Federer und Dr. iur. David Rüetschi, Bundesamt für Justiz, zogen Bilanz bezüglich des Familienrechts. Nach offenen und lebhaften Diskussionen formulierten die CVP-Frauen einige gangbare Wege für die Zukunft.

 

Ein Familienrecht, das niemanden diskriminiert und welches das Kindeswohl ins Zentrum stellt. Überlegungen zu einer künftigen „zivilen Union“

 

Die CVP-Frauen trafen sich in Lutry (VD) im November 2016 während ihres Herbstseminares, um eines ihrer Herzensthemen zu diskutieren: das Familienrecht und seine Zukunft. Die gesellschaftlichen Veränderungen der Zivilbevölkerung in diesem Bereich sind allerdings zahlreich, und das Schweizer Recht musste bestmöglich angepasst werden, um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können.

Insbesondere dem Kindeswohl bei unverheirateten Eltern musste Rechnung getragen werden. Heute gilt die gemeinsame elterliche Sorge, und eine flexible Einteilung der Obhut ist keine Ausnahme mehr.

Zusammenfassend sind die CVP-Frauen nach konstruktiven und bereichernden Diskussionen zum Schluss gelangt, dass die Heirat (Ehe) ihren Wert behalten muss, dieser aber die Angelegenheit der religiös-kulturellen Sphäre eines jeden einzelnen Paares ist. Was das Konkubinat betrifft, ist diese Wahl ebenfalls Privatsache und hängt nicht von staatlichem Eingreifen ab. Hingegen scheint es wichtig, die Diskussion über einen einheitlichen Status von Paaren zu führen. Diesen Status könnte man zum Beispiel „zivile Lebensgemeinschaft“ nennen. Er würde die heutige Ziviltrauung, die eingetragene Partnerschaft und auch den etwaigen „Pacs“ ersetzen und ein Vertragsmodell, das für alle Paare gleichermassen Gültigkeit haben soll, vorschlagen. Unterschiedliche Unionsmodelle mit verschiedenen Regeln und Bedingungen schaffen konfliktreiche und ungerechte Situationen. An dieser Idee sollte weitergearbeitet werden.

Hingegen ist es schwierig, eine Einigung innerhalb der CVP-Frauen bei der Frage der künstlichen Befruchtung für homosexuelle Paare oder einem Adoptionsrecht, das hetero- und homosexuellen Paaren gleichermassen offensteht, zu erzielen. Auch hier sind die Überlegungen nicht abgeschlossen.

Die CVP-Frauen sind einhellig dafür, dass es keine steuerliche Bestrafung mehr von Ehepaaren geben darf, vor allem gegenüber Konkubinatspaaren. Es muss endlich eine gerechte Besteuerung eingeführt werden; ohne Bestrafung von Paaren, die eine traditionelle Familiengründung planen. Das Ausarbeiten einer künftigen „zivilen Lebensgemeinschaft“ könnte diesem Aspekt Rechnung tragen.

Sie wünschen dezidiert den Fortbestand einer offiziellen Bestätigung von Paar-Verbindungen, damit jede Union über einen ausgewogenen und dauerhaften gesetzlichen Rahmen verfügt.

Diese Überlegungen wurden an der Herbsttagung 2016 begonnen, sind aber nicht beendet – denn die Zukunft der Familie ist die Zukunft unserer Gesellschaft.

 

 

Weitere Informationen

Babette Sigg Frank, Präsidentin, praesidentin@cvp-frauen.ch, 076 373 83 18

Madeleine Amgwerd, Vice-Présidente, madeleine.amgwerd@bluewin.ch, 079 771 05 10