20.05.2015 / Artikel / Gesundheit & Soziales / ,

JA zur Präimplantationsdiagnostik

Die Präimplantationsdiagnostik PID wirft Fragen auf, die wegen ethischer Standpunkte kontrovers diskutiert werden: soll man sie erlauben oder nicht?

Man beachte, dass die PID nur bei Paaren angewandt werden kann, welche eine künstliche Befruchtung, eine In-Vitro-Fertilisation, in Anspruch nehmen müssen. Eine künstliche Befruchtung ist ein in medizinischer wie auch in psychischer Hinsicht schwieriger Prozess für eine Frau, aber auch für ein Paar. Zudem ist eine PID nur möglich, wenn die werdenden Eltern riskieren, ihrem Kind eine schwere Erbkrankheit zu übertragen oder schwerste Behinderungen zu erkennen sind. Somit erlaubt die PID, das Risiko an Kindern, die an schweren Erbkrankheiten leiden würden oder welche gravierende Behinderungen hätten, zu senken.

Schon heute ist es möglich, diese Analysen, die sogenannte Pränataldiagnostik, während der ersten Schwangerschaftswochen durchzuführen. Die werdenden Eltern sind nach Erhalt der Resultate mit der schwierigen Entscheidung konfrontiert, ob sie die Schwangerschaft unterbrechen wollen oder nicht. Die PID erlaubt es, diese Untersuchungen vor der eigentlichen Schwangerschaft zu machen und jene Embryonen auszusuchen, welche die besten Entwicklungschancen haben. Der Verlauf einer Schwangerschaft kann sich anschliessend unter den bestmöglichen Konditionen entwickeln.

Mit der PID ist es nicht möglich, eine Trisomie 21 zu erkennen. Als Selektionsverfahren für ein „Retterbaby“, als Spender für ein krankes Geschwister, ist die PID ebenfalls nicht vorgesehen.

Ein (gesundes) Kind zu haben ist kein Recht, das ist wahr. Aber zahlreiche Paare wünschen sich Kinder und nehmen dafür eine künstliche Befruchtung in Anspruch. Wenn sie am Ende dieses schwierigen Schrittes zu einem Schwangerschaftsabbruch greifen, wohl wissend, dass der Fötus Träger einer Erbkrankheit oder einer gravierenden Behinderung ist, ist dies eine Prüfung sondergleichen. Dank der PID kann dies vermieden werden, und somit haben die werdenden Eltern bessere Chancen auf die Geburt eines gesunden Kindes.

Zurzeit ist in allen umliegenden Ländern die PID erlaubt. Paare, die über genügend finanzielle Mittel verfügen, lassen den Eingriff im Ausland machen. Dies schafft eine Zweiklassen-Medizin. Die PID zu genehmigen heisst auch, dass diesem Zeugungstourismus ein Ende gesetzt wird. Und rufen wir uns in Erinnerung, dass der Dachverband der Behindertenorganisationen (Integration Handicap) die Einführung der PID ebenfalls unterstützt.
Bei den Vernehmlassungen, die zu dieser Verfassungsänderung führten, haben sich die CVP-Frauen Schweiz stets zugunsten der PID ausgesprochen. Daher empfiehlt der Vorstand der CVP-Frauen ohne Gegenstimme ein JA.